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Sonntag, 9. Juni 2013

Überwachung durch Staat und Wirtschaft


Zurzeit ist der Überwachungsstaat wieder in aller Munde ausgelöst durch die Nachrichten aus Amerika in denen der Geheimdienst NSA heimlich Daten von Telefonkunden und Internetusern sammelt. Die USA sind damit dem totalen Überwachungsstaat einen gewaltigen Schritt näher gerückt. Wir müssen wachsam sein und alles unternehmen damit dies nicht auch in Europa zur schrecklichen Wirklichkeit wird.

Doch wie sieht es zurzeit aus? Schon heute werden von der Wirtschaft Daten gesammelt, nur in diesem Falle ist ein Protest so gut wie nicht zu spüren. Viele User sind sich gar nicht bewusst dass ihre Daten gesammelt und ausgewertet werden. Nehmen wir ein schönes Beispiel, ihr sucht auf Amazon nach irgendeiner Ware und wundert euch dann wenn ihr auf einer anderen Seite in einer Werbeanzeige von Amazon genau die Artikel seht, nach denen ihr gesucht habt. Hier gibt es keinen Aufschrei, keinen Protest, obwohl dieser auch hier angebracht wäre, denn es geht um EURE Daten, EUER Surfverhalten, das gnadenlos aufgezeichnet und ausgewertet wird.

In den sozialen Netzwerken wie Facebook schaut es auch nicht besser aus, jedes „gefällt mir“ auf das ihr klickt wird gespeichert und für entsprechende Werbezwecke verwendet, dies ist bis zu einem gewissen Grad ja verständlich da Facebook ja „GRATIS“ ist, nur nichts ist wirklich gratis auf dieser Welt es kostet zumindest eure persönlichen Daten, dessen sollt ihr auch bewusst sein.

Hat schon mal jemand von euch versucht sich mit einer entsprechenden Software (zum Beispiel Tor Browser) sich auf Facebook einzuloggen? Wenn ja wird er vermutlich diese Meldung erhalten haben:

Dein Konto wurde vorübergehend gesperrt.
Wir erkennen das Gerät, das du verwendest, nicht. Bitte beantworte ein paar Sicherheitsfragen, um dein Konto zu sichern.


Würde man Facebook nach dem Grund fragen würde man vermutlich zur Antwort bekommen, dass dies nur der Sicherheit des Users dient, ich denke jedoch der wahre Grund liegt darin, das man keine verlässlichen Daten des Users mitloggen könnte.
Seit also wachsam , wenn ihr eure Daten ,sei es auch nur eure Mailadresse bekannt gebt, ihr wisst nie was mit diesen Daten passiert, wie oft sie gespeichert werden, an wen sie weitergegeben werden und denkt stets daran , das nur dann etwas gespeichert werden kann, wenn ihr diese Daten zur Verfügung stellt.

Gastautor: Tiroler Pirat

Linktipp: http://www.zeit.de/digital/internet/2013-06/kongress-obama-ueberwachung

http://derstandard.at/1369363118960/Was-man-bisher-ueber-PRISM-weiss

Freitag, 22. Februar 2013

Internationaler Tag der Privatsphäre

Der morgige 23.02.2013 wurde von Anonymous zum "Internationalen Tag der Privatsphäre" ausgerufen.
Sowohl in Österreich, als auch in vielen anderen Ländern, werden daher diverse Aktionen stattfinden, die sich gegen Zensur und Überwachung richten.

Für die Piraten stellt dieser Aktionstag einmal mehr eine Ermahnung an die eigenen Grundwerte und Kerninhalte dar.
In den Grundsätzen der Piraten Partei Tirol erinnern wir daran, daß der Schutz der Privatsphäre gewahrt sein muß.
Die Daten der Bürger müssen vor präventivem Zugriff von Behörden und vor gewerblichen Nutzern geschützt werden.

Wir stehen ein gegen die Vorratsdatenspeicherung und gegen andere präventive Überwachungsmaßnahmen wie z.B. das Projekt INDECT.

Artikel 1 der Prinzipien der Piraten Parteien International besagt:
  1. Defend the freedom of expression, communication, education; respect the privacy of citizens and civil rights in general.
 In diesem Sinne finden sich rund um den Globus immer mehr Menschen in der Piratenbewegung ein. Wir sagen Nein zu Orwell´s Vision von "1984"! Wir möchten nicht im Überwachungsstaat leben!

Autorin: Irene Labner
Bildquelle: Anonymous

Sonntag, 29. Juli 2012

"Was ist INDECT?"

"Was ist INDECT" fragten die Passanten, die wir am gestrigen Aktionstag gegen Indect auf der Straße mit unseren Flyern konfrontierten.
Man könnte fast meinen, die Piraten hätten sich das geheimnisvolle Kürzel Indect nur ausgedacht um nach ACTA etwas Neues zum Dagegensein zu haben.
Ich muß zugeben, dafür, daß Indect bereits 2009 von der EU gestartet wurde, habe ich selbst erst sehr spät davon erfahren und mich damit auseinandergesetzt. Auch ich bin erst über den Aufruf eines Mitpiraten, daß wir doch am Aktionstag teilnehmen sollten, draufgekommen, daß Indect existiert und welches die möglichen Konsequenzen für uns Bürger sind, wenn Indect weiter forciert wird.

Indect, das "Intelligent information system supporting observation, searching and detection for security of citizens in urban environment" ist ein Forschungsprogramm zu einem Sicherheitssystem, das Menschen im öffentlichen Raum überwacht und ihr Verhalten auswertet. Es meldet schließlich an die Exekutive, wenn sich z.B. jemand zu lange an einem Ort aufhält, oder, wenn jemand z.B. sich sehr lange mit anderen Menschen unterhält usw.
Dinge, die wir im Alltag tun, wie z.B. eine längere Rast abzuhalten auf einer Parkbank, können für die dahinter agierende Software, bereits verdächtig sein. Weitere Projekte, die das Sicherheitsnetz von Indect langfristig integrieren soll, sind etwa die Nutzung einer Gesichtserkennungssoftware und die Verfolgung Verdächtiger mittels fliegender Überwachungsdrohnen.
Und nein: das ist nicht George Orwell´s Roman "1984" entnommen - Indect ist Realität von heute!

"Heute ist Aktionstag gegen Indect. Darf ich Ihnen eine Information dazu mitgeben?"  Viele Leute, die gestern diese Frage von uns gestellt bekamen, waren froh, daß man sie auf diesen Eingriff in Datenschutz und Persönlichkeitsrechte aufmerksam macht. Andre haben entsetzt abgewunken, obwohl ihr Blick verriet, daß sie soeben zum ersten Mal den Begriff "Indect" vernommen hatten.
Ich denke, es besteht noch viel mehr Informationsbedarf, denn die Menschen sollen erfahren, welche Entscheidungen über ihre Köpfe hinweg getroffen werden und, wie unter dem Deckmantel der Kriminalitäts- und Terrorbekämpfung sukzessive unsere Rechte beschnitten werden.
Stellen wir uns nur vor, welche Macht jene innehaben, die all unsere Daten in vernetzter Form kontrollieren können: unsere Kreditkarten- und Kontodaten, Sozialversicherungs- und Krankenakten (ELGA), unsere Einträge auf sozialen Netzwerken, unsere Bewegungsprotokolle (nach Handymasten-Einloggdaten), unsere vorratsdatengespeicherten Emails und Telefongespräche, unsere Indect-Überwachungs-Videoprotokolle, unsere Kundenkarten-Konsumdaten usw. Diese Liste ließe sich noch lange fortsetzen. Wir sind nicht nur "gläserne Menschen", wir sind Zahlenreihen in Computern, wir sind zu Objekten geworden...Ameisen.

Wir Piraten wehren uns dagegen, daß man uns unsere Datenschutz- und Persönlichkeitsrechte nimmt. Wir kämpfen weiter gegen Indect und hoffen, daß wir viele Menschen davon überzeugen können, sich ebenfalls zur Wehr zu setzen.

Eure Irene

Bildquellen: Irene L., Gerhard N.

Freitag, 13. Juli 2012

Die Gegenwart heißt 1984

Indect.
Kennen Sie Indect?
Zumindest kennt Indect Sie.
Wenn Sie bereits einmal im öffentlichen Raum von Überwachungskameras gefilmt wurden, dann wurden Sie mit hoher Wahrscheinlichkeit schon einmal von Indect erfaßt.
Ach...Sie haben nichts zu verbergen? Letztens haben Sie aber auffällig lange mit einer Dame getuschelt und ihr etwas zugesteckt. Und wieso sind Sie neulich so lange auf der Parkbank gesessen und haben dabei so nervös ausgesehen?

Seit 2009 wird Indect europaweit auf 5 Jahre getestet. Auf Deutsch nennt sich Indect: Intelligentes Informationssystem zur Unterstützung von Überwachung, Suche und Erfassung für die Sicherheit von Bürgern in städtischer Umgebung
Indect erfaßt jegliches Verhalten der Leute und meldet, wenn sich jemand zu lange an einem Ort aufhält oder in der Interaktion mit anderen in irgendeiner Weise auffällt. Langfristiges Ziel ist es, solche Personen dann beispielsweise per Überwachungsdrohne zu verfolgen.
Indect ist ein EU-Projekt. 2011 prüfte eine Ethikkommission, die vorwiegend aus Vertretern von Polizei und Industrie besetzt war, die Vorgehensweisen von Indect und stellte  fest, dass das Projekt „voll den ethischen Grundsätzen und Bestimmungen der EU" entsprechen würde. Ja, es würde gar die "Rechte des Individuums" stärken.

Jeder, der meint es störe ihn nicht, wenn an öffentlichen Plätzen videoüberwacht würde, weil das ja der Sicherheit dient, der ist sich nicht bewußt, daß dies erst der erste Schritt einer langen Kette an Überwachungsmaßnahmen sein wird, wenn wir "Big Brother" keine expliziten Schranken setzen.

Darüber hinaus soll die Polizei mit Hilfe von INDECT bewegliche Objekte und Subjekte (Personen) beobachten können. Dazu sollen auch Prototypen mobiler Geräte entwickelt werden. Für dieses mobile städtische Überwachungssystem (Mobile Urban Observation System) sollen fliegende Kameras – so genannte Unmanned Aerial Vehicles (UAV, unbemannte fliegende Fahrzeuge) wie etwa Quadrocopter – zum Einsatz kommen. Diese UAV sollen intelligent und autonom vernetzt werden und miteinander kooperieren, um verdächtige bewegliche Objekte sowohl zu identifizieren als auch im städtischen Raum verfolgen zu können.[9] Als verdächtig könnte damit bereits ein Rennen oder Flüchten auf öffentlichen Straßen bewertet werden.[10]


Selbst das deutsche Bundeskriminalamt lehnt offiziell das von der EU finanzierte Projekt Indect ab.
Die Intiative Stopp-Indect, die besonders von den deutschen und Schweizer Piraten mitgetragen wird, ruft am 28. Juli 2012 zum europaweiten Aktionstag gegen Indect auf. Daran möchte die Piraten Partei Tirol sich mit einem Infostand in der Innsbrucker Innenstadt beteiligen und hofft auf rege Unterstützung von allen, die Indect ebenso kritisch gegenüber stehen. Darüber hinaus möchten wir auch gegen Ceta, den ESM und den Fiskalpakt protestieren und Infomaterial verteilen.

PS: Im übrigen gibt es bereits auch in Österreich erste parlamentarische Anfragen als Reaktion auf den Ausstieg der Polen aus Indect:  http://www.parlament.gv.at/PAKT/VHG/XXIV/J/J_11795/index.shtml