In der heutigen Kronenzeitung (11.01.2013) lädt Rudi Federspiel, seines Zeichens heimgekehrter FPÖ-Landtagslistenkandidat, die Spitzenkandidaten aller Parteien, die zur Landtagswahl kandidieren, zu einer Exkursion in die Innsbrucker Bogenmeile ein.
Lieber Herr Federspiel!
Gerne nehme ich Ihre Einladung zum Besuch der Bogenmeile an. Ich war zwar selbst gerade erst vergangene Woche dort um ein paar nette Lokale abzuklappern.
Ein Drogenbunker ist mir allerdings nicht untergekommen. Macht aber nichts - ich werde Sie dennoch gerne bei ihrem Ausflug begleiten, denn es soll ja Leute geben, die sich nachts dort alleine fürchten. Mit einer tapferen Frau an Ihrer Seite wird Ihnen aber nichts geschehen, das verspreche ich Ihnen. Bitte teilen Sie mir früh genug mit, wann Sie losziehen.
Mit freundlichen Grüßen
Irene Labner, Piraten Partei Tirol
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Freitag, 11. Januar 2013
Montag, 29. Oktober 2012
Wahlen auf allen Piratenschiffen
Am vergangenen Wochenende fand in Graz die Bundesgeneralversammlung der Piratenpartei Österreichs statt, wo der neue Bundesvorstand der PPÖ gewählt wurde. Besonders erfreulich ist es, daß nun auch eine Frau dem neuen 5-köpfigen Bundesvorstand angehört.
Bei der Piraten Partei Tirol wird es demnächst auch Vorstandsneuwahlen geben. Bei der PPT heißen Vorstände übrigens künftig "Koordinatoren" - das hat nicht den Sinn die Leute zu verwirren, sondern wir wollen alte Muster damit aufbrechen. Immerhin verbindet man im allgemeinen mit dem Begriff "Vorstand" eine übergeordnete, richtungsdirigierende und bestimmende Funktion - dies widerspricht allerdings unserem Grundsatz der Basisdemokratie. In einer Basisdemokratie trifft nämlich die Parteibasis die Entscheidungen mittels Abstimmung.
Unsere Vorstandsneuwahl wird am 17. November 2012 auf unserer Generalversammlung im Gasthof Kranebitten in Innsbruck stattfinden.
Einige Wochen später, am 9.Dezember 2012, steht dann die Wahl unserer Landesliste an. Für diesen Termin werden noch Platzreservierungen von Gästen angenommen - wer also gerne bei der Reihung unserer Landtagskandidatenliste im Gasthof Kranebitten dabei sein möchte, kann sich noch bis Mitte November unter info@piratenpartei-tirol.org anmelden.
Bei der Piraten Partei Tirol wird es demnächst auch Vorstandsneuwahlen geben. Bei der PPT heißen Vorstände übrigens künftig "Koordinatoren" - das hat nicht den Sinn die Leute zu verwirren, sondern wir wollen alte Muster damit aufbrechen. Immerhin verbindet man im allgemeinen mit dem Begriff "Vorstand" eine übergeordnete, richtungsdirigierende und bestimmende Funktion - dies widerspricht allerdings unserem Grundsatz der Basisdemokratie. In einer Basisdemokratie trifft nämlich die Parteibasis die Entscheidungen mittels Abstimmung.
Unsere Vorstandsneuwahl wird am 17. November 2012 auf unserer Generalversammlung im Gasthof Kranebitten in Innsbruck stattfinden.
Einige Wochen später, am 9.Dezember 2012, steht dann die Wahl unserer Landesliste an. Für diesen Termin werden noch Platzreservierungen von Gästen angenommen - wer also gerne bei der Reihung unserer Landtagskandidatenliste im Gasthof Kranebitten dabei sein möchte, kann sich noch bis Mitte November unter info@piratenpartei-tirol.org anmelden.
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Dienstag, 11. September 2012
Ein Käsebrot und alles ist gut?
In der heutigen Kronenzeitung prangt ein Foto, das die Innsbrucker Bürgermeistern Oppitz-Plörer und den Tiroler Landeshauptmann Platter beim Verteilen einer "Gesunden Jause" in einer Innsbrucker Volksschule zeigt.
Kurios genug, daß die gelbe Politikerin (mit dem inzwischen geläufigen Spitznamen "COP") mit dem für peinliche Anglizissmen berühmten ÖVP-Landeschef nach dem Zerwürfnis im Zuge der Innsbrucker Gemeinderatswahl überhaupt noch gemeinsame Auftritte durchführt, aber was tut man nicht alles für ein werbewirksames Foto mit kleinen Kindern...
Fast jeder kennt heute gesunde und ungesunde Lebensmitteln auseinander und es ist auch richtig, daß bereits Kinder für gesundes Essen begeistert werden sollten. Allerdings erachte ich es als ein Signal der Entmündigung der Eltern, wenn neuerdings Politiker unseren Sprößlingen ein Lebensmittelpaket zukommen lassen. In der - zugegebenermassen praktischen - Jausenbox befinden sich offensichtlich ein Apfel und ein Käsebrot. Nun frage ich mich: Wurde dieser Apfel gewaschen? Ist er Bio? Und das Käsebrot...weiß dieser Politiker denn, ob mein Kind nicht womöglich eine Allergie auf Mehlwaren oder Milchprodukte hat? Komme ich nun unter Zugzwang dem Kind zu erklären, warum diese gesunde Jause ausgerechnet für mein Kind ungesund sein könnte?
Ich finde die bereits gesetzten Schwerpunktaktionen in Kindergärten, Schulen und Schülerhorten zu gesunder Ernährung durchaus wichtig und gut. Die Kinder sollen sich durch das von ihnen selbst geschnippelte Gemüse durchkosten und wichtige Informationen zu Lebensmitteln erhalten. Dazu muß ich auch ein Lob an alle Pädagogen aussprechen, die dieses Thema meiner persönlichen Erfahrung nach ganz toll und kindgerecht aufbereiten (z.B. Kräutergarten anlegen im Hort, Gesunde Jause bereiten mit der Lehrerin gemeinsam,...)
Was mich jedoch ganz gravierend stört und da richte ich nun auch meine Kritik in Richtung der Politiker:
Jegliche Aufklärungsarbeit zu gesundem Essen verliert an Effizienz solange es Unternehmen wie McDonalds, Nestlé uvm. gestattet ist ihre Werbung direkt an die Kinder zu richten!
Ich verlange europaweite Einschränkungen für Werbung auf Kinderfernsehkanälen und ein Verbot sogenannter "Gimmicks" (z.B.Spielzeuge als Extragaben)!
Es ist ja so, daß die meisten Kinder ihre Eltern ja nicht zum Besuch von Fast-Food-Restaurants drängeln würden, wenn es da nicht diese unmöglichen Kinder-Essensboxen mit Billigspielzeug im Sortiment gäbe. Und wären da nicht diese Aufkleber und Bastelbögen in den gezuckerten Cornflakes, dann könnten wir Eltern auch ohne dauerndes Gejammere der Kinder zu den ungezuckerten Cerealien greifen.
Und warum muß dieses Joghurt unbedingt Kuhflecken haben? Das hat doch nichts mit dem Geschmack zu tun, sondern mit einer Markenprägung, die sich gezielt an Kinder wendet.
Ich würde sogar soweit gehen, ein internationales Verbot von Productplacement in Kinderfilmen zu fordern, da Productplacement von Kindern nicht als Werbung zu identifizieren ist.
Autorin: Irene L.
Kurios genug, daß die gelbe Politikerin (mit dem inzwischen geläufigen Spitznamen "COP") mit dem für peinliche Anglizissmen berühmten ÖVP-Landeschef nach dem Zerwürfnis im Zuge der Innsbrucker Gemeinderatswahl überhaupt noch gemeinsame Auftritte durchführt, aber was tut man nicht alles für ein werbewirksames Foto mit kleinen Kindern...
Fast jeder kennt heute gesunde und ungesunde Lebensmitteln auseinander und es ist auch richtig, daß bereits Kinder für gesundes Essen begeistert werden sollten. Allerdings erachte ich es als ein Signal der Entmündigung der Eltern, wenn neuerdings Politiker unseren Sprößlingen ein Lebensmittelpaket zukommen lassen. In der - zugegebenermassen praktischen - Jausenbox befinden sich offensichtlich ein Apfel und ein Käsebrot. Nun frage ich mich: Wurde dieser Apfel gewaschen? Ist er Bio? Und das Käsebrot...weiß dieser Politiker denn, ob mein Kind nicht womöglich eine Allergie auf Mehlwaren oder Milchprodukte hat? Komme ich nun unter Zugzwang dem Kind zu erklären, warum diese gesunde Jause ausgerechnet für mein Kind ungesund sein könnte?
Ich finde die bereits gesetzten Schwerpunktaktionen in Kindergärten, Schulen und Schülerhorten zu gesunder Ernährung durchaus wichtig und gut. Die Kinder sollen sich durch das von ihnen selbst geschnippelte Gemüse durchkosten und wichtige Informationen zu Lebensmitteln erhalten. Dazu muß ich auch ein Lob an alle Pädagogen aussprechen, die dieses Thema meiner persönlichen Erfahrung nach ganz toll und kindgerecht aufbereiten (z.B. Kräutergarten anlegen im Hort, Gesunde Jause bereiten mit der Lehrerin gemeinsam,...)
Was mich jedoch ganz gravierend stört und da richte ich nun auch meine Kritik in Richtung der Politiker:
Jegliche Aufklärungsarbeit zu gesundem Essen verliert an Effizienz solange es Unternehmen wie McDonalds, Nestlé uvm. gestattet ist ihre Werbung direkt an die Kinder zu richten!
Ich verlange europaweite Einschränkungen für Werbung auf Kinderfernsehkanälen und ein Verbot sogenannter "Gimmicks" (z.B.Spielzeuge als Extragaben)!
Es ist ja so, daß die meisten Kinder ihre Eltern ja nicht zum Besuch von Fast-Food-Restaurants drängeln würden, wenn es da nicht diese unmöglichen Kinder-Essensboxen mit Billigspielzeug im Sortiment gäbe. Und wären da nicht diese Aufkleber und Bastelbögen in den gezuckerten Cornflakes, dann könnten wir Eltern auch ohne dauerndes Gejammere der Kinder zu den ungezuckerten Cerealien greifen.
Und warum muß dieses Joghurt unbedingt Kuhflecken haben? Das hat doch nichts mit dem Geschmack zu tun, sondern mit einer Markenprägung, die sich gezielt an Kinder wendet.
Ich würde sogar soweit gehen, ein internationales Verbot von Productplacement in Kinderfilmen zu fordern, da Productplacement von Kindern nicht als Werbung zu identifizieren ist.
Denn: Die Jüngsten können sich am wenigsten gegen Werbung wehren. Und schon gar nicht gegen eine so subtile Form wie das Auftauchen von Markenprodukten in Filmen, sagt Jörg Matthes, Professor am Institut und Leiter der Forschungsgruppe, zur „Presse“. http://diepresse.com/home/bildung/schule/hoehereschulen/753531/Product-Placement_Kinder-als-unfreiwillige-KonsumentenIn den genannten Bereichen (kinderorientierte Werbung, Spielzeug als Lockmittel, Productplacement) kann und soll die Politik aktiv werden und Grenzen ziehen. Warum sie diese Kompetenz bis heute nur unzulänglich genützt hat, das verstehe ich nicht, da doch der Schutz der Kinder an oberster Stelle stehen muß.
Autorin: Irene L.
Mittwoch, 29. August 2012
Erste Setzlinge der Direkten Demokratie?
Verspüren wir gerade ein erstes Aufkeimen zarter Sprossen der Direkten Demokratie? Kann es sein, daß die Altparteien gar endlich ihre Versprechen einzulösen beginnen?
Die SPÖ und die ÖVP wollen es nun ganz genau wissen und stellen die Entscheidung zur Abschaffung der Wehrpflicht einer Volksbefragung, deren Ergebnis eine verbindliche Umsetzung fordert. Und das Unglaublichste daran ist, daß sogar Bundespräsident Fischer, der sich vor geraumer Zeit als Gegner der Direkten Demokratie outete, diese Lösung gut findet .
Den Österreichern sollen in dieser Volksbefragung zwei Antwortmöglichkeiten zur Entscheidung vorgestellt werden, nämlich jene Position der SPÖ und jene der ÖVP.
Während die ÖVP für eine Beibehaltung von Bundesheer und Zivildienst in einer ähnlichen Form wie bisher plädiert, wünscht sich die SPÖ ein Berufsheer und ein freiwilliges, soziales Jahr für Männer und Frauen (und dies sogar mit ordentlicher finanzieller Abgeltung).
Heute habe ich zu diesem Thema ausgerechnet im Online-"Standard" einen unglaublich diskriminierenden Kommentar gelesen. Gerhard Strejcek, der Autor des Artikels, ist der Ansicht, das Thema "Abschaffung der Wehrpflicht" eigne sich nicht für direktdemokratische Abstimmungen, da doch die Frauen die größte Wählergruppe seien, diese ja doch aber mit der Wehrpflicht ohnehin "nichts am Hut" hätten. Beim Lesen dieser Zeilen hätten sich mir fast die Fußnägel aufgeringelt - wie kann man behaupten Frauen seien hier als Wählergruppe nicht zuständig, weil sie selbst ja nicht zum Heer einrücken müßten? Immerhin zahlen auch Frauen mit ihren Steuern für das Bundesheer und es sind überdies die Söhne von Frauen, die monatelang zum Herumrobben im Dreck und zu sinnfreiem Salutieren zwangsverpflichtet werden.
Im Forum der Piraten Partei Tirol läuft derzeit gerade eine Diskussion über Abschaffung der Wehrpflicht - hier ist jeder willkommen mitzudiskutieren, egal ob Männlein und Weiblein, alt oder jung, dick oder dünn,usw.
Einzelne Piratenkollegen sind der Ansicht, daß die Wehrpflicht in Verbindung mit dem Zivildienst in der bisherigen Form beibehalten werden sollte, ich persönlich und einige andere sehen das wieder anders. Es zeichnet sich daher eine spannende Diskussion ab, wobei ich nun froh bin, daß wir hier keine generelle Parteilinie finden müssen, da ja ohnehin Anfang des kommenden Jahres die Volksbefragung dazu stattfinden wird. Ich freue mich über dieses erste Signal, daß doch auch bei den Altparteien das Thema Direkte Demokratie nun Gewicht bekommt. Hoffentlich erkennen viele dieses positive Zeichnen und machen von ihrem Wahlrecht Gebrauch.
Autorin: Irene L.
Bildquelle: wikipedia
Die SPÖ und die ÖVP wollen es nun ganz genau wissen und stellen die Entscheidung zur Abschaffung der Wehrpflicht einer Volksbefragung, deren Ergebnis eine verbindliche Umsetzung fordert. Und das Unglaublichste daran ist, daß sogar Bundespräsident Fischer, der sich vor geraumer Zeit als Gegner der Direkten Demokratie outete, diese Lösung gut findet .
Den Österreichern sollen in dieser Volksbefragung zwei Antwortmöglichkeiten zur Entscheidung vorgestellt werden, nämlich jene Position der SPÖ und jene der ÖVP.
Während die ÖVP für eine Beibehaltung von Bundesheer und Zivildienst in einer ähnlichen Form wie bisher plädiert, wünscht sich die SPÖ ein Berufsheer und ein freiwilliges, soziales Jahr für Männer und Frauen (und dies sogar mit ordentlicher finanzieller Abgeltung).
Heute habe ich zu diesem Thema ausgerechnet im Online-"Standard" einen unglaublich diskriminierenden Kommentar gelesen. Gerhard Strejcek, der Autor des Artikels, ist der Ansicht, das Thema "Abschaffung der Wehrpflicht" eigne sich nicht für direktdemokratische Abstimmungen, da doch die Frauen die größte Wählergruppe seien, diese ja doch aber mit der Wehrpflicht ohnehin "nichts am Hut" hätten. Beim Lesen dieser Zeilen hätten sich mir fast die Fußnägel aufgeringelt - wie kann man behaupten Frauen seien hier als Wählergruppe nicht zuständig, weil sie selbst ja nicht zum Heer einrücken müßten? Immerhin zahlen auch Frauen mit ihren Steuern für das Bundesheer und es sind überdies die Söhne von Frauen, die monatelang zum Herumrobben im Dreck und zu sinnfreiem Salutieren zwangsverpflichtet werden.
Im Forum der Piraten Partei Tirol läuft derzeit gerade eine Diskussion über Abschaffung der Wehrpflicht - hier ist jeder willkommen mitzudiskutieren, egal ob Männlein und Weiblein, alt oder jung, dick oder dünn,usw.
Einzelne Piratenkollegen sind der Ansicht, daß die Wehrpflicht in Verbindung mit dem Zivildienst in der bisherigen Form beibehalten werden sollte, ich persönlich und einige andere sehen das wieder anders. Es zeichnet sich daher eine spannende Diskussion ab, wobei ich nun froh bin, daß wir hier keine generelle Parteilinie finden müssen, da ja ohnehin Anfang des kommenden Jahres die Volksbefragung dazu stattfinden wird. Ich freue mich über dieses erste Signal, daß doch auch bei den Altparteien das Thema Direkte Demokratie nun Gewicht bekommt. Hoffentlich erkennen viele dieses positive Zeichnen und machen von ihrem Wahlrecht Gebrauch.
Autorin: Irene L.
Bildquelle: wikipedia
Sonntag, 17. Juni 2012
Mehr Mut!
Cheng I Sao (* 1775; † 1844) war mehrere Jahre hindurch Anführerin einer der größten jemals existierenden Piratenflotten der Weltgeschichte. Als die chinesische Regierung um 1810 schließlich die Engländer um Hilfe bittet um die Situation im südchinesischen Meer wieder in den Griff zu bekommen, so handelte Cheng I Sao eine Generalamnestie für die über 17.000 Piraten unter ihrer Führung aus. Ihre Bemühungen waren erfolgreich und so waren alle Piraten von weiterer Strafverfolgung befreit. Cheng I Sao war eine herausragende Persönlichkeit ihrer Zeitepoche.
Eine gängige Journalistenfrage an die heutigen Piratenparteien lautet immer wieder: "Wieso sind bei euch sowenige Frauen vertreten?" Die Standardantwort darauf, wie unlängst schon einmal erwähnt, lautet ja: "Das ist weil die Piraten aus der IT-Branche rausgewachsen sind und dort sind ja auch sowenige Frauen. Die habens halt nicht so mit der IT." Eine etwas unglaubwürdige Antwort, zumal es unter den Piraten nicht gerade besonders viele Leute aus der IT-Branche gibt. Diese sind ungefähr so spärlich vertreten wie Frauen...
Also bin ich auf Spurensuche gegangen und habe einige der wenigen Piratinnen befragt. Meine erste Frage thematisierte, ob seitens der Befragten, denn immer schon ein politisches Interesse bestand oder, ob dieses erst durch die Piraten aufgekeimt sei. Die Antwort war bei allen ein überzeugtes "JA - ich war immer schon politisch sehr interessiert". Allerdings gab der Großteil der befragten Frauen an, daß bisher noch keine Partei ihr Interesse für einen persönlichen Einsatz geweckt hat.Wieso aber sind politisch interessierte Frauen doch so zurückhaltend, wenn es um Parteiarbeit geht?
Als ich die Frage stellte, wieso denn bislang sowenige Frauen bei den Piraten aktiv mitmachen, so erhielt ich unterschiedliche Antworten, die alle ganz spezifische Probleme betreffen:
Eure Irene
Eine gängige Journalistenfrage an die heutigen Piratenparteien lautet immer wieder: "Wieso sind bei euch sowenige Frauen vertreten?" Die Standardantwort darauf, wie unlängst schon einmal erwähnt, lautet ja: "Das ist weil die Piraten aus der IT-Branche rausgewachsen sind und dort sind ja auch sowenige Frauen. Die habens halt nicht so mit der IT." Eine etwas unglaubwürdige Antwort, zumal es unter den Piraten nicht gerade besonders viele Leute aus der IT-Branche gibt. Diese sind ungefähr so spärlich vertreten wie Frauen...
Also bin ich auf Spurensuche gegangen und habe einige der wenigen Piratinnen befragt. Meine erste Frage thematisierte, ob seitens der Befragten, denn immer schon ein politisches Interesse bestand oder, ob dieses erst durch die Piraten aufgekeimt sei. Die Antwort war bei allen ein überzeugtes "JA - ich war immer schon politisch sehr interessiert". Allerdings gab der Großteil der befragten Frauen an, daß bisher noch keine Partei ihr Interesse für einen persönlichen Einsatz geweckt hat.Wieso aber sind politisch interessierte Frauen doch so zurückhaltend, wenn es um Parteiarbeit geht?
Als ich die Frage stellte, wieso denn bislang sowenige Frauen bei den Piraten aktiv mitmachen, so erhielt ich unterschiedliche Antworten, die alle ganz spezifische Probleme betreffen:
- Piraten erscheinen in ihrem Auftreten oft derb. Man bekommt den Eindruck, daß die "Stammtischatmosphäre" einen rauhen Umgangston und wenig konstruktive Gesprächsatmosphäre zuläßt. Negativschlagzeilen über Piratengruppierungen tun ihr übriges dazu. Auch seien Raucherstammtische für Nichtraucher ein weiteres mögliches Problem.
- Frauen sind u.U. skeptisch, weil bislang einfach noch zuwenig Piratinnen in öffentlichen Gremien vertreten sind. Man erhält das Bild einer Männerwirtschaft und denkt möglicherweise, daß Frauen sich deshalb in der Partei besonders hart durchkämpfen müssten um anerkannt zu werden, selbst, wenn dies in der Praxis gar nicht so sei.
- Frauen haben oft die Mehrfachbelastung von Beruf, Haushalt und Familie zu stemmen. Eine befragte Piratin hat die Beobachtung gemacht, daß bei den Piraten auffällig viele Single-Männer vertreten sind und meint, daß diese wahrscheinlich auch mehr Zeit hätten für Parteiarbeit. Aktive Parteimitarbeit (die ja derzeit bei den österreichischen Piratenparteien ausschließlich ehrenamtlich und ohne Entgelt stattfindet) frißt einfach wahnsinnig viel Freizeit.
Eure Irene
Sonntag, 10. Juni 2012
Skorbut
Mary Read und Anne Bonny sind zwei der berühmtesten Piratinnen der Geschichte.
Mary Read (*1685 in London) war die Tochter eines Matrosen, der nie mehr zurückkam. Als ihr Bruder starb, mußte sie seinen Platz einnehmen und sich in Männerkleidern als Laufbursche durchschlagen um Geld für die Familie heimzubringen. Eine turbulente Lebensgeschichte führte sie 1716 als Matrosin, verkleidet als Mann, auf ein Sklavenschiff, welches letztlich vom Piraten Rackham gekapert wurde. Zu dieser Zeit traf sie auch auf die Piratin Anne Bonny (*1690 in Irland). Anne Bonny war die Tochter eines gutsituierten Plantagenbesitzers, doch dieses Leben war ihr zu langweilig und sie zog nach Charleston, wo sie ihren Ehemann, den Seemann James Bonny kennenlernte. Als sie in Nassau auf den Piraten Calico Jack Rackham traf, verließ sie ihren Mann und wurde Piratin. Doch auch sie mußte sich in Männerkleider hüllen, da Frauen auf Piratenschiffen nicht gern gesehen waren. Als eines Tages ein neuer "Mann" names Mark Read auf Rackhams Schiff anheuerte, war sie Feuer und Flamme - Mark alias Mary Read gab sich schließlich Anne und Rackham gegenüber als Frau zu erkennen und es entstand eine enge Freundschaft. Als sie eines Tages gefaßt wurden, verurteilte man alle drei zum Tod durch den Strang, jedoch wurde es bei den beiden Frauen ausgesetzt, da sie schwanger waren.
Mary Read verstarb nach der Geburt ihres Kindes (1721) an einem Fieber, über Anne Bonnys weiteres Leben gibt es nur Gerüchte.
So ein Piratenleben war offenbar schon immer schwer, für Frauen offenbar noch hürdenreicher...früher galt es den Ozean, ferne Länder und fremde Schätze zu erobern. Für die Piratenbewegung der Gegenwart (und zwar nicht die vor Somalia) ist es das weite und stürmische Meer der Politik, das ersegelt werden will.
Die Piratenparteien rund um den Globus haben eine Mangelerscheinung, ja sie leiden quasi unter Skorbut. In den Piratenparteien sind nämlich auffallend wenige Frauen zu bemerken. Wo sind sie? Haben sie sich als Männer getarnt? Gibt es denn nur so wenige an Piratenpolitik interessierte Frauen?
Die deutsche Piratenpartei mußte sich schon längere Zeit hinweg sehr eindringlich mit diesen Fragen beschäftigen, daher ist auch die Linkliste in ihrem Piratenwiki zu erstaunlichem Umfang angewachsen. In Schweden führte die Genderdiskussion sogar zu Quotenregelungen innerhalb der Partei.
Wenn Journalisten bei den Piraten nachfragen, wo sie denn ihre Frauen versteckt haben bzw. warum denn sowenige Frauen aktiv in der Partei mitarbeiten, bekommen sie meist die Standardantwort: "Das ist weil die Piraten aus der IT-Branche rausgewachsen sind und dort sind ja auch sowenige Frauen. Die habens halt nicht so mit der IT." Eigenartig. Eigenartig deshalb, weil ich bisher nur sehr wenige Piraten kennengelernt habe, die tatsächlich in IT-Berufen arbeiten - solche Leute sind fast ebenso selten wie Frauen. Da mich diese Sache immer mehr verwundert hat, habe ich begonnen zu recherchieren. Ich habe einige Piratinnen ausgeforscht und ihnen einen Fragenkatalog zugesandt. Was ich dadurch erfahren durfte, das lest ihr demnächst...stay tuned ;-)
Eure Irene
Mary Read (*1685 in London) war die Tochter eines Matrosen, der nie mehr zurückkam. Als ihr Bruder starb, mußte sie seinen Platz einnehmen und sich in Männerkleidern als Laufbursche durchschlagen um Geld für die Familie heimzubringen. Eine turbulente Lebensgeschichte führte sie 1716 als Matrosin, verkleidet als Mann, auf ein Sklavenschiff, welches letztlich vom Piraten Rackham gekapert wurde. Zu dieser Zeit traf sie auch auf die Piratin Anne Bonny (*1690 in Irland). Anne Bonny war die Tochter eines gutsituierten Plantagenbesitzers, doch dieses Leben war ihr zu langweilig und sie zog nach Charleston, wo sie ihren Ehemann, den Seemann James Bonny kennenlernte. Als sie in Nassau auf den Piraten Calico Jack Rackham traf, verließ sie ihren Mann und wurde Piratin. Doch auch sie mußte sich in Männerkleider hüllen, da Frauen auf Piratenschiffen nicht gern gesehen waren. Als eines Tages ein neuer "Mann" names Mark Read auf Rackhams Schiff anheuerte, war sie Feuer und Flamme - Mark alias Mary Read gab sich schließlich Anne und Rackham gegenüber als Frau zu erkennen und es entstand eine enge Freundschaft. Als sie eines Tages gefaßt wurden, verurteilte man alle drei zum Tod durch den Strang, jedoch wurde es bei den beiden Frauen ausgesetzt, da sie schwanger waren.
Mary Read verstarb nach der Geburt ihres Kindes (1721) an einem Fieber, über Anne Bonnys weiteres Leben gibt es nur Gerüchte.
So ein Piratenleben war offenbar schon immer schwer, für Frauen offenbar noch hürdenreicher...früher galt es den Ozean, ferne Länder und fremde Schätze zu erobern. Für die Piratenbewegung der Gegenwart (und zwar nicht die vor Somalia) ist es das weite und stürmische Meer der Politik, das ersegelt werden will.
Die Piratenparteien rund um den Globus haben eine Mangelerscheinung, ja sie leiden quasi unter Skorbut. In den Piratenparteien sind nämlich auffallend wenige Frauen zu bemerken. Wo sind sie? Haben sie sich als Männer getarnt? Gibt es denn nur so wenige an Piratenpolitik interessierte Frauen?
Die deutsche Piratenpartei mußte sich schon längere Zeit hinweg sehr eindringlich mit diesen Fragen beschäftigen, daher ist auch die Linkliste in ihrem Piratenwiki zu erstaunlichem Umfang angewachsen. In Schweden führte die Genderdiskussion sogar zu Quotenregelungen innerhalb der Partei.
Wenn Journalisten bei den Piraten nachfragen, wo sie denn ihre Frauen versteckt haben bzw. warum denn sowenige Frauen aktiv in der Partei mitarbeiten, bekommen sie meist die Standardantwort: "Das ist weil die Piraten aus der IT-Branche rausgewachsen sind und dort sind ja auch sowenige Frauen. Die habens halt nicht so mit der IT." Eigenartig. Eigenartig deshalb, weil ich bisher nur sehr wenige Piraten kennengelernt habe, die tatsächlich in IT-Berufen arbeiten - solche Leute sind fast ebenso selten wie Frauen. Da mich diese Sache immer mehr verwundert hat, habe ich begonnen zu recherchieren. Ich habe einige Piratinnen ausgeforscht und ihnen einen Fragenkatalog zugesandt. Was ich dadurch erfahren durfte, das lest ihr demnächst...stay tuned ;-)
Eure Irene
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