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Samstag, 15. März 2014

1+1+X=? - Piraten rechnen mit dem Schlimmsten.


Man muss kein mathematisches Genie sein um festzustellen, dass diese Gleichung solange nicht lösbar ist, solange die Unbekannte X nicht bekannt ist.
Deshalb ist es auch in der Politik oftmals beliebt Rechnungen mit Unbekannten der Öffentlichkeit zu präsentieren. Man hat ja dann immer über (fast) alles informiert, das Gesamtergebnis erschließt sich möglicherweise kritischen BürgerInnen erst wenn alles unter Dach und Fach ist.

Beispiel gefällig:
Laut Medien-Jour fixe am 10.3.2014 ist eines der Hauptthemen in Innsbruck die neue LKW-Sillbrücke St. Bartlmä1.
Das wäre also die erste 1 unserer Gleichung.

Die zweite 1 liefert die Tiroler Tageszeitung am 13.3.2013
Die Stadt will die Funsport-Hallen (Tollinger-Hallen) ankaufen2.

Das X, die Unbekannte, ist der künftige Verwendungszweck des Areals. Darüber wurde nämlich striktes Stillschweigen vereinbart.

Jetzt macht aber striktes Stillschweigen in der Politik Piraten grundsätzlich neugierig.
Und siehe da, ein Blick auf den Stadtplan gibt einen deutlichen Hinweis darauf, was denn das x sein könnte.


orange: Die mutmaßlich geplante Verbindung Abfahrt Innsbruck Mitte - Brennerstraße

Vielleicht ist es ja Zufall, aber die Tollinger-Hallen und St. Bartlmä liegen auf jener Linie, die die Autobahnabfahrt Innsbruck Mitte mit der Brennerstraße und in weiterer Folge der Ferarriwiese verbindet.

Dann wäre die Lösung der Gleichung einfach, nämlich dass die Lkw's, die die geplanten Aushubdeponie auf der Ferrariwiese befüllen sollen, einfach diesen Weg nehmen sollen.


Das aber lehnen die Piraten und auch große Teile der Innsbrucker Bevölkerung ab.Die Ferrariwiese muss eine Wiese bleiben.

Solange die Stadt diese Variante nicht dezidiert und glaubhaft ausschließt, kann sie sich der Ablehnung und Kritik durch die Piraten Partei Tirol sicher sein.


1http://www.innsbruckinformiert.at/aktuelles-detail,pid,20,bid,1281006769,eid,1394462958.html
2http://www.tt.com/politik/landespolitik/8073308-91/stadt-will-funsporthallen-ankaufen.csp

Autor: WS
Ergänzung IL, 16.03.: Man beachte §1 Punkt 5 in folgender Rechtsvorschrift, da wird die Brücke bereits erwähnt - die Brücke ist ein Detail aus dem Brennerbasistunnel-Baukonzept:
http://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&Gesetzesnummer=20005971&ShowPrintPreview=True

Dienstag, 11. Juni 2013

Offener Brief an die Stadt Innsbruck und die Tiroler Landesregierung - Betreff Ferrariwiese


Piraten Partei Tirol
Obexerstraße. 5a, 6080 Igls
Fax: 01 34242 901012
www: piratenpartei-tirol.org



An die Stadt Innsbruck
z.H. BM Mag. Christine Oppitz-Plörer, VBM Mag. Sonja Pitscheider, VBM Christoph Kaufmann
An die Tiroler Landesregierung
z.H. LH Günther Platter, LHSTV Josef Geisler, LHSTV Mag. Ingrid Felipe
Innsbruck, am 11.Juni 2013
Betreff: Ferrariwiese Innsbruck
Sehr geehrte Damen und Herren!
Als wir im April die Kunde vernahmen, dass die geplante Bodenaushubdeponie auf der Innsbrucker Ferrariwiese erstinstanzlich abgelehnt wurde, so waren wir voller Freude, dass die Politik die Sorgen der BürgerInnen erhört und daraufhin mit Vernunft die Entscheidung getroffen hat, diese Deponie abzulehnen. 1365 BürgerInnen haben die Onlinepetition von Mag. Madlener unterzeichnet und unzählige Zeitungsleser haben ja ihre besorgten Kommentare in den Online- und Printmedien hinterlassen.

Die Piraten Partei Tirol hat im Juli 2012 Erkundigungen über die ins Grundbuch eingetragenen Nutzungsrechte eingeholt und darüber berichtet.
Darin enthalten sind u.a.: die DIENSTBARKEIT der Nichtverbauung, der Duldung der Ausübung des Wintersportes, der Duldung der Aufstellung der Beleuchtungsanlagen, sowie die Dienstbarkeit Hochspannungsleitungen und Kabeltrassen zu verlegen.

Viele InnsbruckerInnen haben auf der Ferrariwiese das Schifahren erlernt. Die Nutzung der Ferrariwiese zur Ausübung von Wintersport ist eine der ganz wenigen Möglichkeiten im Raum Innsbruck kostenlos zu rodeln oder Schi zu fahren. Diese Möglichkeit wird den Innsbrucker endgültig geraubt, wenn man dort eine Deponie baut.

Die Staubbelastung durch Deponie und LKWs wäre enorm für die Anrainer und – an Föhntagen – für die gesamte Innsbrucker Bevölkerung.
Im übrigen fällt „Bodenaushub“ laut Tiroler Abfallwirtschaftsgesetz unter die sogenannten „Baurestmassen“.
Die Deponieverordnung §2 (4) besagt zudem: „Baurestmassen sind ein Gemenge von bei Bau- oder Abbrucharbeiten anfallenden Materialien, wie insbesondere Bodenaushub, Betonabbruch, Asphaltaufbruch und mineralischer Bauschutt.“
Insofern lassen wir uns nicht einreden, dass es sich beim Deponiegut nur um Erde oder Schotter aus Baugruben handelt. Vielmehr will man uns hier vermutlich Tunnelausbruchsmaterial und andere staublastige Bauabfälle unterjubeln.

Die Ferrariwiese ist auch der einzige Ort, an dem sich große Gruppen an Schützen- oder Trachtenvereinen für einen Umzug oder eine Feldmesse sammeln könnten, ohne dass dadurch im Zentrum Innsbrucks das totale Verkehrschaos ausbricht.

Und wir dürfen nicht vergessen, welch wichtige historische Rolle die Ferrariwiese spielt. Dabei denken wir nicht nur an die Schlachten am Bergisel um 1809, die dort ausgetragen wurden – wir müssen noch viel weiter zurückblicken. Auf dem Bergisel und den angrenzenden Hügeln sind zur Zeit der rätischen Besiedelung Tirols Brandopferplätze und Ansiedelungen belegt. Diese Stätten wurden bereits im Zuge der Bautätigkeiten betreffend Autobahnbau/ Autobahntunnel und Sprungschanze unwiederbringlich zerstört. Die direkt darunter liegende Ferrariwiese ist nach archäologischem Kenntnisstand durchsetzt mit bis zu mehr als zweitausend Jahre alten Siedlungsmarkern und Kleinobjekten. Schüttet man darauf eine Bodenaushubdeponie auf, so sind auch diese in der Ferrariwiese schlummernden, bislang noch unerforschten Zeitzeugen endgültig verloren.

Nun mussten wir über die Medien leider erfahren, dass der Unabhängige Verwaltungssenat die erstinstanzliche Ablehnung der Deponie für ungültig erklärt hat. Es heißt, dass für eine Beurteilung nur materienspezifische Schutzinteressen herangezogen werden dürfen, d.h. das Nutzungsrecht der Innsbrucker auf Wintersportausübung wird mit einem Schlag für nichtig erklärt. Das ist unerhört und wir werden das nicht einfach hinnehmen, dass über die Rechte der BürgerInnen einfach so hinweg gegangen wird.

Die Piraten Partei Tirol fordert daher die Stadt Innsbruck und die Tiroler Landesregierung auf, sich mit vollem Einsatz für die BürgerInnen und gegen eine Deponie einzusetzen.
In Vertrauen darauf, dass tatsächlich ein neuer, frischer und umweltbewusster Wind in Tirols Politik weht, grüßt Sie
Mag. Irene Labner im Namen der Piraten Partei Tirol



Sonntag, 21. Oktober 2012

Volle Kraft voraus, volle Energie!

Leider verfügen wir noch nicht über die Nutzung von Warp-Energie. Ich weiß auch nicht, ob diese zu den ökologischen Energieformen gezählt würde.
Ökologische, erneuerbare Energiegewinnung ist allerdings das Thema der Gegenwart, nicht erst ein Thema der Zukunft.




Zurzeit beziehen wir über unser Stromnetz neben dem Spitzenstrom aus Wasserkraftwerken auch noch Strom aus kalorischen Kraftwerken und Atommeilern...nicht besonders ökologisch. :-(

Bislang werden erneuerbare Energiegewinnungskonzepte noch größtenteils nur in privaten Haushalten umgesetzt. Häuslbauer greifen immer öfter zu Solarenergie und Erdwärme.
Windenergie und Wasserkraft werden hierzulande von Privaten nicht genützt, hinzu kommt, daß Wasserkraft derzeit aus großen Speicherkraftwerken und Flußkraftwerken bezogen wird, was leider auch gröbere Eingriffe in die Natur bedingt. Windenergienutzung wird derzeit für den Standort Tirol heftig debattiert und, da wir Tiroler vom Tourismus in unserer schönen Bergwelt leben, gibt es leider hierzulande viele kritische Stimmen, die Windparks für eine Verschandelung der Natur halten.

Es gibt allerdings noch viele andere nachhaltige Energiegewinnungsvarianten, die weniger bekannt sind, die günstig umzusetzen und so auch für Private und Gemeinden rentabel wären.
Eine Form von Wasserkleinkraftwerken, die ohne gröbere Eingriffe in ein Biotop zu bewerkstelligen wäre, das sind Wasserwirbelkraftwerke. Derzeit werden in der Schweiz immer mehr dieser Kraftwerke nach den Plänen des österreichischen Erfinders Franz Zotlöterer realisiert. Es ist schade, daß die Österreicher das Konzept Zotlörers nicht schon längst flächendeckend fördern. Erst zwei Zotlöterer-Kraftwerke sind in Österreich in Betrieb genommen worden, nämlich die Pilotanlage in Ober-Grafendorf und am Wimitzbach in Kärnten. Dabei gewann Zotlöterer mit seinem Konzept bereits 3mal einen Erfinderaward:
  • 2007: Energy Globe Award Kärnten
  • 2010: Energy Globe Award Niederösterreich 2010 und Austria 2010 (Sonderkategorie Erfinder)
  • 2011: Watt d'Or 2011 in der Kategorie Erneuerbare Energien für die Flussrenaturierung mit Wasserwirbelkraftwerk in Schöftland, verliehen vom Schweizer Bundesamt für Energie
Ich denke, es ist höchste Zeit, daß wir unsere Wasserkraft nicht nur nutzen, sondern sie absolut umweltverträglich nutzen. Wasserwirbelkleinkraftwerke würden es kleinen Tiroler Gemeinden ermöglichen den Strombedarf ihrer öffentlichen Einrichtungen als Selbstversorger zu decken, und Privatleute oder Eigentümergemeinschafter könnten sich dadurch ebenfalls autark mit Energie versorgen.

Ein überzeugendes Video



Autorin: Irene L.
Bildquelle: wikipedia

Dienstag, 2. Oktober 2012

Petition: Rettet die Ferrariwiese!

In wenigen Tagen ist die Online-Petition "Rettet die Ferrariwiese" zu Ende. Im Anschluß werden die Unterschriften dann vom Petitionsinitiator Clemens Madlener dem neuen Landesrat für Umwelt und Naturschutz Thomas Pupp übergeben.
Bis zum 11.Oktober kann noch unterzeichnet werden:
https://www.openpetition.de/petition/online/rettet-die-ferrariwiese-innsbruck

Auch Georg Pilaj, ehemaliges PPT-Mitglied, sammelt mit seinem Verein für Umweltschutz und Energie noch bis zum 5.Oktober 2012 fleißig Unterschriften:


Bitte unterstützt diese Aktionen und berichtet euren Freunden und Bekannten davon. Die Ferrariwiese soll nicht zur Schuttdeponie umgewidmet werden!

Donnerstag, 6. September 2012

Die Walbauchbewohner

Leviathan, das alte Ungeheuer - dieser Dämon, der uns bei Thomas Hobbes als allmächtiger Vater Staat wiederbegegnet und von den Bürgern den völligen Souveränitätsverzicht abverlangt: Sitzen wir im Bauch des Wales fest?

Was können wir tun um unsere Freiheit und unsere Rechte zu erlangen?

Es ist ja so: wir leben in einer Gesellschaft, die gelenkt wird mit den Zügeln des Kapitalismus. Viele Menschen fühlen sich heute ohnmächtig - die Welt zieht in bunten Werbebildern, schrecklichen Kriegsmeldungen und Börsennews an uns vorbei, während wir zum Kühlschrank tappen um uns zur Beruhigung einen Becher Schokopudding zu holen.

Die meisten Menschen spüren ganz deutlich eine gewisse Unpäßlichkeit - es ist etwas faul in dieser Welt und es kann nicht so weiter gehen, so der generelle Tenor. Inzwischen weiß jeder, daß vieles, das wir hier in Europa zu günstigen Dumpingpreisen kaufen können, irgendwo anders auf diesem Globus mit ausbeuterischen Arbeitsbedingungen und durch Kinderarbeit hergestellt wird.
Wir wissen auch, daß der Billigflieger, mit dem wir gerne in den Kurzurlaub fliegen würden, Kerosin verbraucht und Luftverschmutzung verursacht. Auch, daß unnötige Fahrten mit dem eigenen PKW zulasten der Umwelt gehen, das ahnen wir. Es ist inzwischen auch allgemein bekannt, daß die Erdbeeren und Kiwis, die wir im Winter im Supermarkt kaufen, von weither eingeflogen wurden. Und, daß der Supermarkt soviele Lebensmittel in den Abfall werfen muß, daran erinnern wir uns spätestens dann, wenn wir selbst wieder überschüssige Speisereste oder abgelaufene Lebensmittel in den Müll kippen.
Apropos Müll: wir trennen ihn zwar hierzulande brav, dennoch ist das Meer voller Plastik. Und den Atommüll, den müssen wir tief genug vergraben, sonst verstrahlt er uns, dennoch nützen wir noch Atomkraft...

Ja, heute spüren wir alle, was schief läuft auf diesem Planeten, dennoch fühlen wir uns alle sehr ohnmächtig. Selbst, wenn ich heute mal tiefer ins Geldbörserl greife und mir das teure Bio-Henderl aus Freilandhaltung gönne, so entlastet dies mein Gewissen nur temporär. Spätestens bei der nächsten "Fleischkassemmel" habe ich wieder dieses Gefühl, das ich früher hatte, als die Lehrerin mit dem Rotstift meine Schularbeiten korrigierte.
"Na, die Politiker sind Schuld! Und die Wirtschaftsbosse und Börsenspekulanten"
Wenn es grad so einfach wäre - wir alle wissen, daß auch sie Teil des Systems sind.
Wir stehen vor dem Dilemma in einer derart globalisierten, vernetzten Welt zu leben, die wir als einzelne freilich nicht mehr kontrollieren können - alles hängt miteinander zusammen und voneinander ab: die Wirtschaft, der Wohlstand, die Arbeit, die Umwelt, unser Klima...
Wir kultivieren Entfremdungsgefühle. Wir sitzen im Bauch des Wales. Es fehlt uns die Phantasie, wie wir uns vorm Ertrinken bewahren können im verrückten Falle, daß wir einfach aus dem Wal aussteigen...vielleicht sollten wir dennoch einmal ernsthaft überlegen, wie wir den Wal reiten können ohne, daß wir verschlungen werden?

Wir haben noch immer vieles, das wir selbst enscheiden können - wir sind nicht ohnmächtig. Wir können unseren Konsum steuern und ebenso umweltbewußt mit Ressourcen umgehen. Und wir können selbst unsere Politik machen - wir wählen (ja, hierzulande dürfen wir das nämlich!) und jeder bestimmt mit, deshalb sind wir Piraten!

Der Mensch hat ein Organ für die Utopie. Er darf es sich nur nicht kastrieren lassen.
 © Ulrich Erckenbrecht, (*1947)



Autorin: Irene L.

Bildquelle: Spermwal, um 1849, NYPL

Sonntag, 15. Juli 2012

Licht in die Causa Ferrariwiesendeponie!



"©Land Tirol, tiris" / Quellhinweis www.tirol.gv.at/tiris  

















Betroffen von der Aushubdeponie auf der Ferrariwiese wären laut Antrag und Verhandlungsausschreibung die Parzellen Nr. 1232, 1240/2, 1247, 1248, 1249/1, 1249/2, 1249/3, 1249/6,1249/7, 1250, 1251/1, 1742/3, 1780/1 und 2008, alle KG 81136 Wilten. Das entspricht eigentlich der gesamten Wiese von der Brennerstraße herunter bis zum Ferrarihof.
Ich frage mich ja nun wirklich, weshalb die Bevölkerung erst durch die Medien knapp vor der ersten Verhandlung von der Deponie erfahren durfte. Selbst einige Anrainer haben erst in der Zeitung davon gelesen. Und was machte die Stadt Innsbruck?
Die Stadtregierung traf am 03.Juli 2012, also satte 2 Tage (!!!) vor Verhandlungsbeginn in einer eilig einberufenen Stadtsenatsitzung zusammen und deponierte ihr "Nein" zur Deponie.
Warum nicht früher? Die Bürgermeisterin und ihre Stadträte mußten doch eher davon gewußt haben, denn der Antrag auf Genehmigung der Deponie stammt aus dem Jahr 2010. Hinzu kommt, daß die Stadt Innsbruck Nutzungsrechte auf den betreffenden Parzellen innehat, z.B. zum Bau von Strommasten und zur Nutzung für Wintersportarten. Das heißt eigentlich: jede/r darf dort eigentlich nach Lust und Laune Wintersport ausüben.
Auszug aus dem Grundbuch vom 09.07.2012:

3 a 935/1906 Realrecht der Zauneinhaltung auf gst 1251/2 in EZ 807 für Gst
1251/2
5 a 1718/1973 Sicherheitszone Flughafen Innsbruck hins Gst 1239 1240/1
Seite 1 von 3
1240/2 1241 1242 1244 1245 1247 1248 1249/1 1249/2 1249/3 1249/6
1249/7 1249/9 1250 1251/1 1443 1780/1 1781 1783
 ...
1 a 5637/1960

DIENSTBARKEIT

a) der Nichtverbauung

b) der Duldung der Ausübung des Wintersportes

c) der Duldung der Aufstellung der Beleuchtungsanlagen

auf Gst 1241 1240/1 1244 1245 1247 1248 1249/1 1250 1251/1

1781 1783 für Stadt Innsbruck

2 a 7928/1970

DIENSTBARKEIT der Hochapannungsleitung gem Abs I

Dienstbarkeitsvertrag 1970-10-09 auf Gst 1240/1 1240/2

1245 1251/1 für Tiroler Wasserkraftwerke AG

...
6 a 1572/1991

DIENSTBARKEIT der Kabellegung auf Gst 1249/3, 1249/6,

1251/1, 1780/1 gem P.1 Vertrag 1990-12-13 zugunsten

Stadtgemeinde Innsbruck

7 a 5435/1991

DIENSTBARKEIT der Kabellegung auf Gst 1245 und 1783 1240/1

gem.Pkt.1 Vertrag 1991-03-06 für Stadtgemeinde Innsbruck

...
DIENSTBARKEIT der Errichtung einer Kabeltrasse für E-Kabel

gem Pkt 1 des Vertrages auf Gst 1783 1240/1 für

Innsbrucker Kommunalbetriebe AG

Was meint die "Dienstbarkeit der Nichtverbauung" für die Stadt Innsbruck denn nun konkret?
Dienstbarkeiten oder Servituten sind laut österreichischem Sachenrecht beschränkte dingliche Nutzungsrechte an fremden Sachen, deren Eigentümer verpflichtet ist, etwas zu dulden oder zu unterlassen. Darin liegt der Unterschied zur Reallast, wo etwas aktiv gemacht werden muss. Dienstbarkeiten sind beispielsweise das Recht einen Weg zu benutzen oder das Fruchtgenussrecht.

Wenn ich das nun richtig interpretiere, dann kann das Land die Deponie eigentlich nicht genehmigen, solange die Stadt nicht auf ihr Nutzungsrecht verzichtet. Wieso soll nun weiter verhandelt werden? Legt man denn etwa Wert darauf, daß täglich zig (laut den Kies-und Splittwerken mit Aushub von Innsbrucks Baustellen beladenen) Lastwägen über die Grassmair-Kreuzung hinauf zur Deponie poltern? Oder handelt es sich bei dem "Bodenaushub" etwa doch um Ausbruch vom Brennerbasistunnel - möchte man uns hier für dumm verkaufen?

Die Piraten Partei Tirol fordert die Zuständigen von Land Tirol und Stadt Innsbruck auf, die Öffentlichkeit endlich ordnungsgemäß zu informieren! Die Innsbrucker Bürger haben ein Recht auf Dienstbarkeit auf der Ferrariwiese - es steht ihnen Aufklärung zu, weshalb die Verhandlungen nicht schon längst mit einem Nein zur Deponie abgeschlossen wurden! Verhandlungen über eine Aushubdeponie, die hinter verschlossener Türe stattfinden, sind zudem höchst mißtrauenserweckend und intransparent.

Autorin: Irene Labner




Montag, 9. Juli 2012

Innsbrucker Salzwiesen


09.07.12 Aktuelles Foto der Schneedeponie-Fläche in der Werner-von-Siemens-Strasse/Ecke Richard-Bergerstrasse

Seit dem vergangenen Winter darf der Schnee von Innsbrucks Straßen ja nicht mehr in den Inn gekippt werden, da er durch Streusalz und Straßenschmutz zu stark belastet ist.

Also wurde er bereits heuer auf von der Stadt angemieteten Flächen deponiert und zwischengelagert, allerdings nicht nur auf asphaltierten, ans Kanalnetz angeschlossenen Flächen, sondern stellenweise auch auf Grünflächen, die z.T. auch der Futtermittelgewinnung dienen.
Obwohl der verseuchte Schnee, der sich teilweise 8-10 Meter hoch türmte, heuer in Frühjahr abgetragen wurde und die Flächen angeblich mit frischem Humus aufgefüllt wurden, so zeigt sich jetzt, daß das Wachstum der dort ausgesäten Nutzpflanzen stellenweise stark beeinträchtigt wird und, daß Regenwasser nicht mehr ordentlich versickern kann. 
Auf obigem Foto sieht man eine Grünfläche (im letzten Jahr noch eine Wiese) in der Werner-von-Siemens-Strasse in Innsbruck. Dort wurde heuer nach Abtransport der Schneemassen Mais ausgesät. Mais ist ja nun wirklich keine besonders anspruchsvolle Pflanze, dennoch mag er nicht wirklich gedeihen auf jener Fläche, die monatelang Zwischenlager für den verseuchten Schnee war.
Es ist daher anzunehmen, daß der Untergrund sehr stark durch Streusalz  belastet wurde, da durch Streusalz grobe Vegetationsschäden verursacht werden können, wie eine Studie aus Baden-Württemberg (2002) belegt.


Das Schweizer Amt für Natur und Umwelt hat ein Merkblatt herausgegeben, das Schnee-Entsorgung explizit nur unter folgenenden Gegebenheiten zuläßt:
- Befestigte Plätze mit Entwässerung in Kanalisation (ARA)
- Unbefestigte Flächen ohne Entwässerung in einen Vorfluter

Überhaupt scheinen uns die Schweizer in Sachen umweltgerechter Schneedeponierung eine Nasenlänge voraus zu sein, denn bereits 1997 wurde dort vom Amt für Straßenbau eine Studie über die "Auswirkungen von Schneedeponien" veröffentlicht.



Welche Vorgangsweise in Sachen Schneedeponierung ist nun tatsächlich sinnvoll? Das Abfließen des Schmelzwassers über die Kanalisation in das Klärwerk scheint auch keine prickelnde Alternative darzustellen.
Eine Broschüre aus dem Kanton Luzern sagt:
Als Taumittel werden vorwiegend Natrium-, Calcium- oder
Magnesiumchlorid verwendet. In der Umgebung von Verkehrswegen
findet eine Aufsalzung des Bodens statt. Dies
ist für Pflanzen und Bäume nicht zuträglich. Schäden an der
Vegetation sind möglich.
Die Salze werden via Entwässerung direkt in die Gewässer
und ins Grundwasser geschwemmt oder sie gelangen über
die Kanalisation in die Kläranlagen. In den Kläranlagen
kann das Salz weder abgebaut noch abgetrennt werden
und gelangt daher vollumfänglich in die Gewässer.
und
Grundsätzlich sollten keine Schneedeponien auf landwirtschaftlich
genutzten Flächen eingerichtet werden. Bestehen
keine anderen Möglichkeiten, ist die Nutzung des jeweiligen
Standortes auf eine Saison zu beschränken.
sowie
Zu unterlassen ist die Schneebeseitigung über die Schmutzwasserleitungen
(Trennsystem) oder Mischwasserleitungen
(Mischsystem) in die Kläranlage. Die Verdünnung beeinträchtigt
den Reinigungseffekt. Die Abkühlung des Abwassers
bewirkt, dass die Bakterientätigkeit in der Biologiestufe der
Kläranlage wesentlich reduziert wird, was die Reinigungsleistung
zusätzlich beeinträchtigt.
Laut der Luzerner Abteilung "Abwasser und Risiko" ist frischgefallener Schnee noch nahezu unbelastet - dieser könnte auch in größere Fließgewässer eingebracht werden.
Deshalb meint auch Gottfried Blaser, ARA-Betriebsleiter und Celeriner Gemeindevorstand, in der Engadiner Post, daß Neuschnee weiterhin im Inn entsorgt werden sollte.


Möglicherweise sollte auch die Innsbrucker Stadtregierung ihr Schneeräumkonzept überdenken und die Situation von einem Experten prüfen lassen. Daß man im vergangenen Winter den Schnee nicht mehr im Inn entsorgt hat, mag möglicherweise eine sinnvolle Entscheidung gewesen sein, allerdings wirkte das plötzliche Verbringen des Schnees auf Schneedeponien etwas unüberlegt und überstürzt, da wie auf dem Bildmaterial sichtbar, bereits Umweltfolgen daraus entstanden sind.
Neuschnee muß im Zuge der Räumung zeitnah abtransportiert werden (nicht über Tage zu Häufchen gesammelt und aufgetürmt), noch bevor die Straßen tagelang mit Streusalz behandelt wird. Überhaupt ist insgesamt auch abzuklären inwieweit die Ausbringung von Streusalz vielleicht auch vermindert werden kann.
Jedenfalls braucht es hier rasche Überlegungen und zielführende Maßnahmen, denn der nächste Winter kommt bestimmt.


...meint Eure
Irene