Freitag, 14. September 2012

Geburtstagsunsinn am AMS


Am Innsbrucker Arbeitsmarktservice ist es ja üblich, daß die Sachbearbeiter ihr Klientel nach Geburtsdaten verwalten. Vor kurzem sind nun alle Geburtsdaten wieder neu verteilt worden, d.h. jeder AMS-"Kunde", der bislang immer bei einem bestimmten Betreuer war, der muß nun ein oder zwei Türen weiter zu einem anderen Betreuer. Das führte nun dazu, daß alle, die zu einem vereinbarten Termin zu ihrem Stammbetreuer gekommen sind, die fanden sich stattdessen wieder in einer Warteschlange vor einem anderen Büro.

Die ganze Vorgehensweise ist ja etwas eigenwillig, denn ich bin mir nicht sicher, daß es effizient und sinnvoll ist, daß die Sachbearbeitung heute im Computerzeitalter noch nach Geburtsdaten oder Anfangsbuchstaben sortiert wird, da es ja geburtenstarke Monate gibt, genauso wie es Namenshäufungen bei bestimmten Anfangsbuchstaben gibt. Es ist nämlich so, das bezeugt der Lokalaugenschein, daß sich dann speziell vor den Büros mit den geburtenstarken Monaten lange Warteschlangen bilden, während andere Büros oft eine Stunde lang gar nicht frequentiert werden. Der Sinn dahinter will sich mir nicht ganz erschließen, denn heutzutage kann doch jeder Sachbearbeiter von jedem Klienten sofort per PC die nötigen Daten abrufen.
Insofern frage ich mich: wäre es nicht effizienter, diese Geburtstagsregelung am AMS endlich abzuschaffen?

Noch etwas, das mich etwas verstört - weshalb wird im AMS videoüberwacht? Ist es denn nötig den Aufzug des AMS per Kamera zu überwachen?

Autorin: Irene L.
Bildquelle: Irene L.

Kommentare:

  1. Ich hätte das ja so verstanden, dass jeder AMS-Kunde ein neues Geburtsdatum zugeteilt bekommt. :-)

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  2. Also in meinem Bekanntenkreis ist eine jener Sachbearbeiterinnen und da habe ich folgende Info bekommen:

    1. Die Aufteilung der Geburtsdaten wechselt turnusmäßig, so dass jeder Bearbeiter immer mal wieder neue "Kunden" hat, um eine Bevorzugung zu vermeiden.

    2. Die Termine die man beim bisherigen Sachbearbeiter hatte, wechseln 1 zu 1 zum neuen Sachbearbeiter - es sollte sich also normal keine Häufung von Schlangen aufgrund von turnusmäßiger Neuzuordnung der Geburtsdaten ergeben.

    3. Bei der Aufteilung der Geburtsdaten (welche computerunterstützt erfolgt) wird darauf Wert gelegt, dass geburtenstarke Perioden berücksichtigt werden. So sind z.B. die Monate Juli-Oktober in kürzere Intervalle eingeteilt, weil hier mehr Menschen geboren sind als z.B. in anderen Monaten.

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  3. In Deutschland werden ja alle Langzeitsarbeitslose über einunddenselben Kamm gschert, das hat ja der Fall des politischen Geschäftsführers der Piraten - Johannes Ponader - gezeigt: Die Sachbearbeiter sollen gar nicht auf die besonderen Stärken ihres Kunden eingehen, sie sollen nur verwalten und ja aufpassen, dass ihre Kunden dem ersten Arbeitsmarkt fernbleiben. Rahel Uhlenhoff nannte deshalb Hartz IV eine Stillhalteprämie dafür.
    Nun müssen halt die Berater auch etwas tun, also lassen sie sich irgendeinen Unsinn einfallen, nur damit sie dann Rechnungen schreiben können. Und das ist auch eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme für das "System" - also auch bei euch in Österreich: Da werden dann Computerprogramme in Auftrag gegeben, um den Unsinn via Computer zu "organisieren" und somit mögliche Kritik im Keim zu ersticken - nach dem Motto: Das haben nicht wir gemacht, das macht der Computer;-)
    Und was die Videoüberwachung angeht, dieses "System" hat Angst vor seinen eigenen Bürgern. Es soll ja - vor allem unter den gefährlichen Piraten - Menschen geben, die diese Potemkinschen Dörfer durchschauen!
    Wenn in Deutschland ein Jobcenter zu einer Plichtveranstaltung für seine "Kudnen" "einlädt". dann sind da jede Menge Bodyguards dabei.
    Wie der Fall der armen schwarzhäutigen Frau in Frankfurt gezeigt hat, kann in einem Jobcenter auf protestierende Kunden geschossen werden. In diesem Fall wurde die wütende - unbewaffnete - Frau erschossen.

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  4. Oje...das muß dieser Fall gewesen sein: http://www.sueddeutsche.de/panorama/frankfurt-am-main-jobcenter-kundin-greift-polizisten-an-und-wird-erschossen-1.1099359
    Tragisch - ich glaube, daß viele Probleme durch ein Grundeinkommen wegfallen würden. Dadurch werden die Menschen nicht als Sozialschmarotzer stigmatisiert.

    LG
    Irene

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    1. Das bedingungslose Grundeinkommen ist jedoch nicht als Sozialmaßnahme zu sehen - jeder Bürger erhält dieses Grundeinkommen! Wenn ich mir Deutschland von heute ansehe, dann ist es de facto so, dass 80 % ein Einkommen beziehen für nichtproduktive "Arbeit". Und die restlichen 20 % eichen bei weitem nicht mehr aus, diesen Staat zu finanzieren. Wer glaubt, dass dieses jetzige System die nächsten Jahrzehnte überleben kann, irrt wohl sehr. Grund: es gibt immer weniger Vollzeitarbeitsplätze. Die Sache mit den Minijobs ist nur Augenwischerei. Also muss ein Umdenken stattfinden! Je eher, desto besser!
      Als die damalige Regierung Schröder/Fischer Hartz IV einführte, begann gleichzeitig der Export von Arbeitsplätzen ins Ausland. Das wurde Globalisierung genannt. Die Langzeitsarbetslosen erhielten mit Hartz IV eine Stillhalteprämie, die Republik erkaufte sich den sozialen Frieden. Und Hartz IV Bezieher sollen auf keinen Fall zum ersten Arbeitsmarkt zurückkehren dürfen (Rahel Uhlenhoff).
      Aber es werden immer mehr - also werden die Statistiken frisiert, dass sich die Balken biegen.
      Schon heute ist die Vorstellung, dass in dieser Gesellschaft nur dann ein Mensch etwas gilt, wenn er einer bezahlten Arbeit nachgeht, nicht mehr haltbar. Grund: Der erste Arbeitsmarkt ist zu klein geworden.
      Trotzdem wird versucht, den Schein eines solchen funktionierenden System aufrecht zu erhalten. Folge: Deutschland ein großes Potemkinsches Dorf!

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