Samstag, 13. Juli 2013

Der Einkaufszentrumsfetisch der Stadt Innsbruck

Zuerst verpackten die Innsbrucker ihr Rathaus mit einem Einkaufszentrum fast bis zur Unkenntlichkeit. Dann verpackten sie eine Schule mit einem Einkaufzentrum, und nun verpacken sie gerade Wohnungen mit einem Einkaufszentrum...

Wenn man in Innsbruck ein Bauvorhaben umsetzen möchte, scheint es offensichtlich ratsam dieses mit einem Einkaufszentrum zu fusionieren, dann flutscht die Baugenehmigung richtig gut.

In Innsbruck scheinen wirtschaftliche Interessen ein hohes Gut zu sein, jedenfalls ein höheres Gut als die demokratische Vielfalt.
Die Piraten und andere Kleinparteien versuchen derzeit gerade mit allen Kräften um Unterstützung in der Bevölkerung zu werben, da sie für einen Wahlantritt zur Nationalratswahl im kommenden September österreichweit 2600 Unterstützungserklärungen benötigen.Die Sammelfrist beträgt lediglich ca. dreieinhalb Wochen, was einen enormen Zeitdruck bedeutet.
In Innsbruck ist der Hauptzugang zum Meldeamt, wo die Unterstützer ihre Unterschrift leisten können, direkt im Einkaufszentrum der Rathausgalerien situiert, weil sich die Kapazunder damals dachten, wie praktisch doch die Kombination von Einkaufsbummeln und Amtswegen sei. Man wollte Kundenfreundlichkeit beweisen, nicht nur in den Läden, sondern auch in den Ämtern.

Seit Jahren ist es üblich, daß Kleinparteien vor einer Wahl in den Rathausgalerien vor dem Stiegenaufgang zum Meldeamt stehen und dort Passanten um Unterstützung ihres Wahlantrittes bitten. Die kurze Distanz ermuntert viele Menschen rasch mal in den ersten Stock hinaufzugehen um ihre Unterstützung für eine Partei zu leisten um damit die demokratische Vielfalt zu fördern.
Doch diesmal kam alles anders. Während es im Frühling noch möglich war im Rathaus Unterstützungen zu sammeln, so werden nun - wenige Monate später - die unterstützungssammelnden Kleinparteien, z.B. Piraten und KPÖ, vom Galerienverwalter BOE mit Androhung einer Besitzstörungsklage aus dem Haus gejadt.
Ein Schreiben an Bürgermeisterin und Vizebürgermeisterin mit der Bitte um demokratischen Rückhalt blieb leider ohne Reaktion. Traurig.

Unterstützen kann man uns dennoch, auch, wenn wir selbst draußen auf den Straßen umherschleichen müssen statt die Menschen in der Galerie vor dem Meldeamt anzusprechen. Wie das unterstützen  funktioniert, das ist hier beschrieben: unterstützen.at
Unterstützer aus Innsbruck-Stadt können ihre Unterstützungserklärung übrigens im Meldeamt hinterlegen lassen, Unterstützer aus anderen Gemeinden bitten wir diese zurückzusenden an: Piratenpartei, Obexerstrasse 5a, 6080 Igls
Wir sind für jede Unterstützung dankbar.

Autorin: Irene Labner





Kommentare:

  1. Das ist alles gut und recht, aber seitdem die Menschen jeden Monat euren Leitartikel im Gemeindeblatt "Innsbruck informiert" zu Gesicht bekommen, ist die Aktie der Piraten steil nach unten gefallen. Wer will da noch mit euch in einen Topf geworfen werden?

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    1. Leitartikel in Innsbruck informiert? Meinst du den von den "Inn-Piraten", bzw. dem Ofer?

      Der hat nichts mit den Piraten zu tun (internationale Piratenbewegung, Piratengrundsätze usw.). Der nutzt nur den Namen aus!

      MfG

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    2. Ganz liab, Anonym. In der Diktion kommst Du ihm schon recht nahe.

      Erinnert mich an die F. Die will auch nie etwas mit dem rechten Rand zu tun haben.
      Labner u.a. haben Ofer schließlich gewählt.
      Inkl. seinem Hofnarren.



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    3. Schön, daß Suzy Wong Tiroler Blogs liest, die sich mit Politik und anderen gesellschaftlich relevanten Themen befassen. Man muß die Piraten ja nicht mögen, kritische Geister gibt´s ja auch sonstwo. Und den Herrn Ofer und den Herrn Stemeseder wird Innsbruck schon aushalten, selbst, wenn es mir persönlich leid tut, daß wir die beiden so fehleingeschätzt haben - sie repräsentieren dennoch einen Teil des Bevölkerungsquerschnittes, wenn auch einen illusteren. Wie einmal ein Standardkommentator ausgedrückt hat, so würde eine Gemeinderatssitzung wohl keinen Deut schlimmer, selbst, wenn der Ofer gelangweilt drinnensitzen und mit einem Spuckröhrl zerkaute Papierkugerln rumschiessen würde. So long, Irene.

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